Konzentration definiert sich laut Wikipedia als willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit. Der größte Feind der Konzentration ist die Ablenkung.
Das Internet, wie wir es alle heute kennen, bietet unzählige Möglichkeiten der Ablenkung. Das ist zwar nach Feierabend durchaus begrüßenswert, doch diese Ablenkungsmöglichkeiten stehen uns ja, sofern wir online arbeiten, jederzeit, also auch während der Arbeitszeit, zur Verfügung.
Noch vor einiger Zeit war die E-Mail der größte Aufmerksamkeitskiller in Unternehmen. Da wurden lustige Bildchen oder Powerpoint-Präsentationen via Blindcopy an alle Mitarbeiter geschickt. Heute hat sich das ein wenig gewandelt. Die E-Mail hat meines Erachtens einiges an ablenkender Wirkung an andere Medienkanäle verloren. Ich möchte behaupten, dass Videoportale wie Youtube und Instant Messenger wie ICQ oder Skype einiges dazu beigetragen haben.
Wenn wir nun den Feind der Konzentration und der Produktivität kennen, können wir versuchen diesen zu besiegen.
Just in diesem Augenblick lenkt mich jemand via ICQ ab, außerdem signalisiert mein Handy, dass eine E-Mail mit einem Hinweis auf eine DM bei Twitter ankam. Das beweist, dass auch Ablenkungen konzentriert auftreten können. Bevor wir allerdings versuchen unsere Aufmerksamkeit zu bewahren, sollten wir uns vor Augen halten, warum das überhaupt wichtig ist.
Jede Ablenkung kostet Zeit und damit Geld. Laut einem Artikel, den ich vor über einem Jahr mal im Manager-Magazin gelesen habe, braucht man nach einer Ablenkung durchschnittlich 30 Minuten, um wieder zu seiner ursprünglichen Konzentration zurückzufinden. Wenn man nun einigen stressigen Büroalltag hat, dann kann es sein, dass der halbe Tag drauf geht, weil lauter
wichtige Dinge ablenken. Das können durchaus Sachen sein, die mit der Arbeit zu tun haben. Kundengespräche am Telefon können beispielsweise sehr ablenkend sein - trotzdem sind sie notwendig. Um sich seine Konzentration zu bewahren erfordert es einiges an Disziplin und Konsequenz.
Wenn ich konzentriert arbeiten will, dann mache ich von der Multitaskingfähigkeit meines Betriebssystems keinen Gebrauch. Wenn ich einen Text schreibe, dann brauche ich dazu nicht unbedingt ein offenes Browserfenster, Outlook, Skype und einen Twitterclient. Auch das Handy bzw. das Telefon überhaupt sollte auf lautlos und vibrationslos gestellt werden. Bei mir landen über 90% aller Anrufer auf der Mailbox. Warum? Weil ich konzentriert arbeiten will und muss. Wenn ich zurückrufe bekommt der Angerufene 100% meiner Aufmerksamkeit.
Ähnlich konsequent, handhabe ich das auch bei anderen Aktivitäten. Wenn ich Blogs lese und Blogs kommentiere, dann mach ich nebenbei nichts anderes. Auch Twitter und Facebook, bekommen entweder die volle Aufmerksamkeit oder keine. Aufmerksamkeit ist eine sehr hohe Form von Wertschätzung und darüber hinaus die Währung im Web 2.0.
Es wird ja von Frauen des öfteren mal behauptet, dass sie mehr als eine Sache gleichzeitig machen können. Das mag wohl oberflächlich betrachtet stimmen, aber tatsächlich teilt sich deren Aufmerksamkeit durch Anzahl der Tätigkeiten. Keine der dann erledigten Aufgaben, kann mit voller Aufmerksamkeit erfüllt werden. Irgendetwas kommt zu kurz. Garantiert.